Sicherheit durch konstante Raten: Das Annuitätendarlehen

Im Jahr 2018 wurden laut der bekannten Auskunftsdatei SCHUFA ungefähr 7,89 Millionen Kreditverträge neu abgeschlossen. 1.288,4 Milliarden Euro wurden im Jahr 2019 an Kreditnehmer insgesamt an Privatpersonen ausgezahlt. 1.083,5 Milliarden Euro wurden von 1991 bis zum 2. Quartal 2020 ausgezahlt. Gerade bei Eigentumswohnungen und im Hausbau sind Annuitätendarlehen besonders beliebt. Dabei handelt es sich in der Regel um langfristige Finanzierungen.

Die Rate setzt sich bei diesem Finanzprodukt aus dem Zinsanteil und der Tilgung des aufgenommenen Betrags zusammen. Die Summe aus beiden wird als Annuität bezeichnet. Der Name leitet sich vom lateinischen „annus“ ab, die Bezeichnung für das Jahr. Doch Annuitätendarlehen werden selten in einer jährlichen Rate zurückbezahlt, üblich sind monatliche Zahlungen. Im Gegensatz zu einem Ratentilgungsdarlehen bleibt die Rate über die gesamte Laufzeit hinweg gleich. Am Anfang wird ein höherer Anteil für die Zinsen aufgewendet, gegen Ende überwiegt die Rückzahlung des aufgenommenen Betrags. Bei einem Ratentilgungsdarlehen hingegen bleiben die Tilgungsbeträge gleich, dazu werden die Zinsen addiert. Somit sinkt die Ratenhöhe in jedem Monat.

 

Merkmale des Annuitätendarlehens

Interessante Ergebnisse brachte eine groß angelegte Befragung der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse hervor, die von 2016 bis 2020 durchgeführt wurde. Während des Erhebungszeitraum gaben 1,17 Millionen Deutsche an, innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre ein eigenes Haus bauen zu wollen.

Kaum jemand hat genügend Geld gespart, um ein Grundstück zu bauen und darauf sein Wunschhaus errichten zu können. Daher bleibt den meisten der Weg zur Bank nicht erspart um sich über eine passende Finanzierung zu informieren. Vor dem Banktermin nutzen viele Verbraucher einen sogenannten Annuitätenrechner, der die gesamte Baufinanzierung im Vorfeld durchrechnen kann. Ein Darlehen mit konstanter Annuität wird besonders gerne ein gewählt. Hauptgrund dafür ist die Planungssicherheit: Bei Versicherungsabschluss werden die benötigte Summe und die Laufzeit festgelegt und aus diesen beiden Parametern ergeben sich gemeinsam mit den Zinsen die monatlichen Raten.

Bei einem Annuitätendarlehen gibt es zwei Varianten: Seit der weltweiten Banken- und Finanzkrise zwischen 2007 und 2009 bewegen sich die Zinsen auf historisch niedrigem Niveau: Risikofreudige Hausbauer entscheiden sich aus diesem Grund gerne für einen variablen Zinssatz. Bei diesem Modell werden die Zinsen laufend an den Leitzinssatz angepasst. Vorsichtige Kreditnehmer vereinbaren einen fixen Zinssatz. Dieser ist zwar möglicherweise höher als der aktuelle, dafür bleibt er während der gesamten Laufzeit gleich. Immerhin kann es durch wirtschaftliche oder politische Entwicklungen zu einem unvorhergesehenen Anstieg kommen.

Warum diese Art der Finanzierung gerade im Wohnbau so beliebt sind

Der Kauf einer Eigentumswohnung oder der Hausbau ist ein einschneidendes Ereignis, das mit hohen Kosten verbunden ist. Bei der Vergabe eines Annutitätendarlehen orientieren sich Banken am Marktwert einer Immobilie oder am Kaufpreis. Meistens wird das Objekt, also die Wohnung oder das Haus, als Sicherheit genommen: Dann spricht man von einem Hypothekardarlehen. Finanzexperten empfehlen vor dem Kreditabschluss eine genaue Analyse der Einnahmen und Ausgaben. Dabei werden Gehalt und sonstige Einkünfte den Lebenshaltungskosten, Versicherungsprämien, Kosten für die Freizeitgestaltung und anderen regelmäßigen Ausgaben gegenübergestellt. Günstigere Konditionen gibt es für Annuitätendarlehen, wenn für die Finanzierung Eigenkapital mit eingebracht wird. Als Richtwert geben Finanzberater 20 Prozent der Gesamtsumme an. Immerhin kommen auf Hausbauer und künftige Wohnungsbesitzer Kaufnebenkosten zu, die durch den Kredit meist nicht finanziert werden. Dazu zählen Maklerprovisionen, Grunderwerbssteuern und Honorare für den Notar.

Worauf vor Abschluss eines Annuitätendarlehens zu achten ist

Dank dem Internet ist es heute so einfach wie nie zuvor, sich über Annuitätendarlehen zu informieren. Es gibt zahlreiche Plattformen, die sich auf Kreditvergleiche spezialisiert haben. In eine übersichtliche Suchmaske werden Verwendungszweck, Summe und Laufzeit eingegeben und im Nu erscheint eine Liste an Angeboten. Auch wenn die Raten günstig klingen, lohnt sich ein Blick in die Vertragsbedingungen. Hier gibt es nämlich kleine Unterschiede, die sich massiv auf den Kreditnehmer auswirken können. Besonders wichtig ist, sich über die Kontoführungs- und Bearbeitungsgebühren zu informieren. Sie fallen nämlich zusätzlich zu den Zinsen und der Tilgung an. Ein heikler Punkt ist auch die Sondertilgung: Darunter versteht man das Recht, das Annuitätendarlehen vor Vertragsablauf zurückzuzahlen. Für einen Privatkredit müssen Interessenten bestimmte Voraussetzungen mitbringen:

  • Mindestalter 18 Jahre
  • Der Hauptwohnsitz muss in Deutschland liegen
  • Ein regelmäßiges Einkommen ist Grundvoraussetzung für die Kreditvergabe: Bei den meisten Banken müssen Gehaltsnachweise vorgelegt werden
  • SCHUFA Eintrag: Bei der Auskunftsdatei überprüft die Bank die Bonität des Interessenten. Bei negativer Bewertung kann der Antrag abgelehnt werden

 

Die Fakten zum Annuitätendarlehen kurz zusammengefasst

  • Beim Annuitätendarlehen setzt sich die Rate aus dem Tilgungs- und dem Zinsanteil zusammen
  • Es ist besonders für die Immobilienfinanzierung beliebt
  • Annuitätendarlehen gewähren eine langfristige Planungssicherheit
  • Die Rate bleibt in jedem Monat gleich

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.