Ein gut organisierter Tagesablauf ist ein wesentlicher Faktor für das Wohlbefinden der Patienten in der ambulanten Pflege. Doch wie sieht dieser Tagesablauf aus und welche Aufgaben übernimmt der Pflegedienst? Es mag auf den ersten Blick kompliziert erscheinen, aber ein strukturierter Tagesablauf kann nicht nur für den Pflegebedürftigen, sondern auch für die Angehörigen eine große Entlastung darstellen. In diesem Artikel soll ein typischer Tagesablauf in der ambulanten Pflege näher beleuchtet werden, um ein besseres Verständnis dafür zu schaffen, was diese Betreuungsform ausmacht und welche Unterstützung sie bietet.

Morgendliche Routinen

Ambulante Altenpflege | Ambulante Krankenpflege: Der Tag in der ambulanten Pflege beginnt in der Regel mit den morgendlichen Routinen. Diese umfassen sowohl die Grundpflege als auch die medizinische Versorgung. Dazu gehört zum Beispiel die Körperpflege, die nach den Bedürfnissen und Fähigkeiten des Pflegebedürftigen durchgeführt wird. Dies kann die Unterstützung beim Baden oder Duschen, die Hilfe beim Anziehen oder auch die Unterstützung bei der Mundhygiene umfassen.

Häufig umfasst die Morgenpflege auch die Verabreichung von Medikamenten. Pflegende stellen sicher, dass die richtigen Medikamente zur richtigen Zeit eingenommen werden. Sie achten auch auf mögliche Nebenwirkungen und überwachen in Absprache mit dem behandelnden Arzt die Medikation.

Zur Morgenroutine gehört in der Regel auch das Frühstück. Hier achten die Pflegekräfte darauf, dass der Patient eine ausgewogene Mahlzeit zu sich nimmt. Sie bereiten das Essen vor und helfen bei Bedarf beim Essen. Dabei achten sie auf besondere Diätvorschriften oder Allergien.

Medizinische Pflege und medizinisch-technische Leistungen

Ein zentrales Element der ambulanten Pflege sind medizinische und medizinisch-technische Leistungen. Diese dienen dazu, den Gesundheitszustand der Pflegebedürftigen zu stabilisieren, zu verbessern oder einer Verschlechterung vorzubeugen. Dazu gehören beispielsweise das Wechseln von Verbänden, das Verabreichen von Injektionen, das Anlegen von Kompressionsstrümpfen oder die Versorgung von Kathetern und künstlichen Ausgängen.

Auch die regelmäßige Kontrolle von Vitalwerten wie Blutdruck, Puls und Blutzucker gehört zu den Aufgaben des ambulanten Pflegedienstes. Bei Auffälligkeiten wird sofort der behandelnde Arzt informiert. Im Bedarfsfall sind die Pflegekräfte auch in der Lage, Notfallmaßnahmen einzuleiten und weitere ärztliche Hilfe hinzuzuziehen.

Zur medizinischen Behandlungspflege gehört auch die Durchführung von medikamentösen Therapien. Dazu gehören neben der Verabreichung von Medikamenten auch die Überwachung der Medikamenteneinnahme und -wirkung sowie die Beratung von Patienten und Angehörigen zur Arzneimitteltherapie.

Zusammenarbeit und Kommunikation mit Ärzten und anderen Gesundheitsberufen

Ein weiterer wichtiger Aspekt in der ambulanten Pflege ist die Kooperation und Kommunikation mit Ärzten und anderen Gesundheitsberufen. Die Pflegekräfte stehen in engem Austausch mit den Ärzten, um eine kontinuierliche und abgestimmte medizinische Versorgung der Pflegebedürftigen zu gewährleisten.

Dazu gehört auch die Berichterstattung und Dokumentation über die medizinische Versorgung und den Gesundheitszustand der Patienten. Dazu gehören beispielsweise Berichte über die Medikamenteneinnahme, Veränderungen der Vitalwerte oder beobachtete Gesundheitsprobleme.

Pflegekräfte begleiten Patienten auch zu Arztterminen oder anderen medizinischen Untersuchungen und Therapien. Sie unterstützen die Kommunikation mit den Ärzten und helfen, medizinische Informationen und Anweisungen zu verstehen und umzusetzen.

Darüber hinaus arbeiten Pflegekräfte mit anderen Gesundheitsberufen wie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeitern zusammen. Sie unterstützen bei der Koordination und Durchführung der verschiedenen Therapien und stellen sicher, dass die individuellen Gesundheits- und Pflegeziele der Patienten erreicht werden.

Durch diese intensive Zusammenarbeit und Kommunikation tragen die ambulanten Pflegedienste dazu bei, eine umfassende und koordinierte Versorgung zu gewährleisten, die auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Pflegebedürftigen abgestimmt ist.

Nächtliche Betreuung und Notfälle

Auch wenn der Tag zu Ende geht, ist die Unterstützung durch den Pflegedienst nicht vorbei. Vor allem bei Patienten, die eine intensive Betreuung benötigen, kann auch eine nächtliche Versorgung notwendig sein. Das kann zum Beispiel das Umsetzen im Bett, Toilettenbesuche oder die Verabreichung von Medikamenten beinhalten.

Zudem ist es wichtig zu wissen, dass der Pflegedienst auch in Notfallsituationen eingreifen kann. Je nach Anbieter kann ein 24-Stunden-Notdienst verfügbar sein, der im Fall der Fälle schnell zur Stelle ist. Dadurch können Angehörige beruhigt sein, dass die Gesundheit des Patienten jederzeit gut betreut ist.

Die ambulante Pflege bietet somit eine umfassende und rund um die Uhr Betreuung, die sowohl den alltäglichen Bedarf abdeckt, als auch in besonderen Situationen Unterstützung bietet. Sie ist flexibel und passt sich den individuellen Bedürfnissen und Lebensumständen des Patienten an.

Zusammenarbeit mit den Angehörigen

Ein weiterer zentraler Aspekt in der ambulanten Pflege ist die Zusammenarbeit und Kommunikation mit den Angehörigen der Patienten. Sie sind oft die wichtigsten Bezugspersonen und ihre Einbeziehung in die Pflege ist von großer Bedeutung.

Ein guter Pflegedienst sorgt für eine regelmäßige und offene Kommunikation mit den Angehörigen. Es werden Berichte über den Gesundheitszustand und die Entwicklung des Pflegebedürftigen ausgetauscht und gegebenenfalls Änderungen in der Pflege vereinbart. Auch die Wünsche und Sorgen der Angehörigen werden gehört und in die Pflegeplanung einbezogen.

Die Zusammenarbeit mit den Angehörigen trägt dazu bei, dass die Pflege ganzheitlich und individuell gestaltet wird und die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen optimal erfüllt werden. Sie ermöglicht eine vertrauensvolle Atmosphäre und eine hohe Qualität der Pflege.

Fazit

Der Alltag in der ambulanten Pflege ist vielfältig und individuell. Er umfasst nicht nur die Grundpflege und die Behandlungspflege, sondern auch die Tagesgestaltung, die soziale Interaktion und die Unterstützung bei alltäglichen Verrichtungen. Diese ganzheitliche Betreuung fördert das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Patienten. Die enge Zusammenarbeit mit den Angehörigen ermöglicht zudem eine individuelle und auf den Patienten abgestimmte Pflege. Durch die ambulante Pflege kann der Patient in seiner gewohnten Umgebung bleiben und erhält dennoch die notwendige Unterstützung und Pflege.