Sind Sie eine Führungskraft, die ihre Führungsqualitäten verbessern möchte? Führungskräftetrainings werden in der heutigen Geschäftswelt immer beliebter, und das aus gutem Grund. Die Fähigkeit, ein Team erfolgreich zu führen, hat sich als ein wichtiger Erfolgsfaktor für jedes Unternehmen erwiesen. In unserem Blogbeitrag gehen wir näher auf das Thema “Teamentwicklung” ein.

Was sind Teamentwicklungsphasen?

Teamentwicklungsphasen sind ein wichtiger Teil der Führungsausbildung. In diesen Phasen arbeiten die Führungskräfte mit ihren Teams zusammen, um die für ein erfolgreiches Projekt erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse zu entwickeln. Dazu können Planung, Problemlösung, Kommunikation und Entscheidungsfindung gehören. In der ersten Phase geht es häufig um die Festlegung von Zielen und Vorgaben. In dieser Phase bewertet der Leiter die Stärken und Schwächen des Teams und stellt ihm die Ressourcen zur Verfügung, die es braucht, um seine Ziele zu erreichen. 

Die zweite Phase konzentriert sich auf Teambuilding-Aktivitäten, die darauf abzielen, Vertrauen zwischen den Gruppenmitgliedern aufzubauen und die Zusammenarbeit zu fördern. In der dritten Phase konzentriert sich die Führungskraft auf die Entwicklung der Fähigkeiten jedes Einzelnen, mithilfe von Coaching oder Mentoring. 

In der vierten Phase schließlich bewerten die Führungskräfte, wie gut ihre Teams während des gesamten Schulungsprozesses abgeschnitten haben, indem sie KPIs auswerten oder Umfragen durchführen. Teamentwicklungsphasen sind in der Regel darauf ausgerichtet, eine effektive Teamarbeit zwischen den Gruppenmitgliedern zu fördern und ein produktives Arbeitsumfeld zu schaffen. Ein weiteres Hilfsmittel sind “Potenzialanalyse Teamentwicklung”, die Schwachstellen aufdecken können.

Warum sind Teamphasen wichtig?

Teamphasen sind ein wichtiger Bestandteil der Führungsausbildung, da sie es den Führungskräften ermöglichen, ihre Fähigkeiten auf effektivere und effizientere Weise zu entwickeln. In den Phasen haben die Führungskräfte die Möglichkeit, effektive Kommunikation, Zusammenarbeit und Problemlösungsstrategien zu üben, die ihre Fähigkeit, effektiv zu führen, verbessern. Teamphasen tragen auch zum Aufbau von Beziehungen zwischen den Teammitgliedern bei, da sie von den Stärken und Schwächen der anderen lernen können.

Dadurch entsteht Vertrauen in der Gruppe, was eine bessere Entscheidungsfindung und allgemeine Produktivität ermöglicht. Darüber hinaus bieten die Phasen den Führungskräften die Möglichkeit, das Delegieren von Aufgaben zu üben und so Prioritäten zu setzen und Ressourcen wirksam zu nutzen. Dies trägt auch dazu bei, die Eigenverantwortung innerhalb der Gruppe zu stärken, da die Aufgaben entsprechend den individuellen Fähigkeiten delegiert werden.

Wie viele Modelle, die Teambildungsprozesse beschreiben, gibt es?

Es gibt mehrere Modelle zur Beschreibung von Teamentwicklungsprozessen, von denen jedes einen eigenen Ansatz für die Entwicklung eines effektiven Führungsverhaltens bietet. Das am häufigsten verwendete Modell sind die Tuckman’schen Phasen der Gruppenentwicklung, in denen die fünf Phasen beschrieben werden. Andere, weniger verbreitete Modelle sind Belbin’s Team Roles, Myers-Briggs Personality Type Indicator, Herrmann Brain Dominance Instrument und Social Style/ Versatility Profile. Unabhängig davon, welches Modell gewählt wird, sollte es auf die spezifischen Bedürfnisse des Teams zugeschnitten sein, um seine Wirkung auf die Teambildungsaktivitäten zu maximieren.

Die fünf Teambildungsphasen des amerikanischen Psychologen Bruce Tuckman

Die fünf Teambildngsphase nach Tuckman beschreibt die Phasen, welche ein Team während seiner Projektszeit durchläuft. In den verschiedenen Phasen durchläuft das Team schwierige Zeiten, aber ziemlich effektive Zeiten. Doch was passiert eigentlich genau jeder einzelnen Phase?

  • Forming (Formierung)
    Sobald ein Team gegründet wird, startet direkt die Findungsphase. In dieser ersten Teambildungsphase lernen sich die Teammitglieder kennen und ein erstes Gruppengefühl wird aufgebaut. Es werden bereits grundlegende Strukturen und Regel aufgestellt und jeder beginnt mit seiner Arbeit. Die Leistung des Teams ist zwar niedrig, nimmt aber stetig zu.
  • Storming (Konflikt)
    In der zweiten Phase des Teambuidlings entstehen häufig Konflikte und Unstimmigkeiten zwischen den Teammitgliedern. Die Personen, die sich gut verstehen, bilden zusammen jeweils eine Gruppe und diese stehen sich schließlich gegenüber. Die Streitigkeiten drehen sich dann häufig um die Machtverteilung und die Prioritäten und Zielsetzung. Auch wenn dies die unangenehmste Phase ist, ist sie dennoch die wichtigste. Die entstandenen Konflikte müssen unbedingt aufgearbeitet werden, damit das Team zusammenarbeiten und gute Ergebnisse liefern kann. Die Leistung des Teams nimmt in dieser deutlich ab.
  • Norming (Stabilisierung)
    Die Konflikte wurden aufgearbeitet und jetzt heißt es in der dritten Phase weitere Regeln aufzustellen. Regeln fördern eine gute Zusammenarbeit ohne weitere Zwischenfälle. Im Idealfall wird ein gemeinsames Ziel formuliert und jeder nimmt sich daraus sein eigenes Teilziel, welches er zu einem guten Gesamtergebnis beitragen kann. In dieser Phase entwickeln sich auch die verschiedene Rollen und Verhältnisse der Personen untereinander. Die Zusammenarbeit verläuft wieder einfacher und so kann jeder seine volle Leistung bringen. Das Team wächst zusammen und das “Wir”-Gefühl wächst mit, dadurch steigt automatisch die Motivation. Die Leistung des Teams ist niedrig, aber gegen Ende steigt diese deutlich an.
  • Performing (Leistung)
    In der vierten Phase ist das Team in der Leistungsphase angekommen. Durch die vorher aufgestellten Regeln kann das Team sich richtig zusammenfinden und jeder kann so effektiver arbeiten. Die einzelnen Teammitglieder kennen sich nun untereinander besser und wissen so, wie sie miteinander umgehen müssen. Die Leistung des Teams pendel sich ein und nimmt in dieser Phase stark zu.
  • Adjourning oder Mourning (Trennung)
    Projekte sich zeitlich begrenzt und somit kommt jedes Team zu einem Ende, an dem es aufgelöst werden muss. Die einzelnen Mitglieder gehen zurück in ihre Abteilung und arbeiten wieder an ihren Routineaufgaben. Schon einige Wochen vor der Auflösung kann es zur Minderung der Leistung kommen. Für einige stellt sich an diesem Punkt auch die Frage, wie es weitergeht. Geht es zurück in die ursprüngliche Abteilung oder folgt ein weiteres Projekt? Diese Gedanken können ablenken, aus diesem Grund nimmt die Leistung des Teams gegen Ende wieder ab. In der finalen Phase eines Projektes kann die Leistungsabnahme zu Problemen führen.

Fazit

Bei der nächsten Zusammenstellung eines Teams sollten die fünf Entwicklungsphasen nach Tuckman im Hinterkopf behalten werden und erstaunlich viele Schnittpunkte können festgestellt werden. Viele Unternehmen setzen sogenannte “Persönlichkeitstest Teamentwicklung” ein, um einzelne Teammitglieder bewerten zu können und um Verbesserungspotenziale aufzudecken. Als Teamleitung ist es wichtig zu wissen, welche Phasen ein Team durchgeht, um dieses richtig zu leiten und die nötigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.