Wie ein großer Flohmarkt: Bücher über das Internet tauschen

Oft weiß man aus Platzmangel nicht, wohin mit all den schönen, aber leider schon gelesenen Büchern. Wegwerfen kommt natürlich gar nicht in Frage, denn dafür sind sie erstens zu teuer und zweitens viel zu schade. Schließlich sind Bücher auch emotionales Gut.
„BookMooch“ ist die Möglichkeit, den ungeliebten Exemplaren ein neues Zuhause zu geben: die alten Bücher werden an interessierte Leser verschickt und von anderen Bücherfreunden erhält man – bei Bedarf – selber neue Lektüre.

Auf der Internetadresse http://de.bookmooch.com können registrierte Mitglieder gratis Bücher „moochen“. „Moochen“ ist Umgangssprache und bedeutet aus dem Englischen übersetzt „schnorren“, „abschwatzen“. Wer seine Bücher im dunklen Keller oder in der hintersten Regalbrettreihe verstauben lässt, bietet sie besser bei „BookMooch“ an. Hier findet sich mit etwas Glück jemand, der den nicht mehr geliebten Schmöker schon lange sucht und ihn sich jetzt endlich „erschnorren“ kann. So kann man seine Bücher zum Tausch anbieten und einem anderen Leser damit große Freude machen.

Wie funktioniert „moochen“ genau? Für jedes zum „Schnorren“ freigegebene und auf der Internetseite registrierte Buch bekommt der Anbieter einen Zehntel-Punkt auf seiner „Haben-Seite“gutgeschrieben. Mit zehn angebotenen Büchern hätte er also einen ganzen Punkt gut. Wer eine Mooch-Anfrage erhält, versendet das Buch, übernimmt das Porto für den Versand und erhält wieder einen Punkt. Mit diesen Punkten kann man sich dann bei Bedarf selber ein Buch „erschnorren“. Die Büchersendungen sind die einzigen Kosten, die man bei diesem kleinen Handel zu tragen hat. Wie man es schon von anderen Internetseiten kennt, schreibt man anschließend eine Beurteilung. Auch für diese Mühe erhält man einen Zehntel-Punkt.

Man kann auch seine persönliche Bücherwunschliste führen. Wenn man genügend Punkte angesammelt hat und das gewünschte Buch endlich angeboten wird, bekommt man es automatisch zugeschickt.
Wer aber nun selber gar kein Buch mehr bekommen möchte, kann quasi als soziale Variante seine gesammelten Punkte an die verschiedensten wohltätigen Einrichtungen spenden. Sie geben sie an vorab ausgewählte Institutionen wie beispielsweise Schulen, Krankenhäuser aber auch an Gefängnisse weiter. Überall gibt es dankbare Leseratten, die sich freuen.

Auch wenn es sich bei der Bookmooch-Site um eine ursprünglich amerikanische Website handelt (sie wurde im Jahr 2006 von John Buckman im kalifornischen Berkeley gegründet), können sich heute Deutsche, Franzosen, Portugiesen, Spanier und Italiener an der Idee beteiligen.

John Buckman lebte selber in den unterschiedlichsten Ländern und er ärgerte sich stets darüber, dass Bücher zwar in einem Land gedruckt wurden, es sie aber in anderen Ländern gar nicht zu kaufen gab. Diese Diskrepanz war gerade zwischen Amerika und Großbritannien besonders gravierend. So kam er auf die Idee zum „Bücherschnorren“, dem großen Flohmarkt für Bücher im Internet.

Das Angebot von BookMooch ist kostenfrei und die Internetseite ist frei von jeglicher Banner-Werbung.

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1 Comment

  1. […] und am meisten beratungsintensive Abteilung in jeder Buchhandlung das Kinder- und Jugendbuch. Bücher, die hier gekauft werden, sind in den meisten Fällen gut gemeinte Geschenke- die oft ungelesen im […]

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