Immobilienmarkt Berlin

Berlin ist in seiner gesamten Geschichte immer die Stadt gewesen, die sich am schnellsten gewandelt hat und sein Gesicht ständig verändert. Das macht sich nicht zuletzt auf dem Immobilienmarkt bemerkbar. Während im ersten Jahrzehnt nach der deutschen Einheit die Immobilien- und Wohnungspreise auf Grund der gewaltigen Erwartungen, die die Menschen an die Entwicklung der deutschen Hauptstadt hatten, in die Höhe schossen, sanken sie im darauf folgenden Jahrzehnt von Jahr zu Jahr weiter ab. Die schwierige wirtschaftliche Lage Berlins und eine leicht sinkende Bevölkerungsentwicklung machten sich auch in den Immobilienpreisen im Ost- und im Westteil der Stadt bemerkbar. Diese Entwicklung hatte allerdings vor allem für sozial schlechter gestellte Menschen Vorteile. Die Mietpreise für Alt- und Neubauten waren so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Zahlreiche soziale Projekte wie die Einrichtungen für betreutes Wohnen in Berlin konnten ihre Räumlichkeiten ausweiten oder ihr Angebot überhaupt erst zur Verfügung stellen.

Die besondere Attraktivität bestimmter Berliner Bezirke vor allem für Neubürger der Stadt macht sich jedoch in den letzten Jahren auch wieder in den Immobilienpreisen bemerkbar. Vor allem der boomende Stadtteil Mitte und der Szene-Bezirk Prenzlauer Berg können eine deutlich wachsende Bevölkerungsentwicklung verzeichnen. Viele berufstätige jüngere Menschen finden hier ihren neuen Wohnsitz. Die Quadratmeterpreise für neu zu vermietende Mietwohnungen oder Eigentumswohnungen, die jetzt ihren Besitzer wechseln, sind deutlich angestiegen. Erste Untersuchungen zeigen, dass sich durch den Zuzug von Neuberlinern in bestimmte beliebte Bezirke deren Bevölkerungsstruktur ändert. Viele sanierte Wohnungen können von den Alteingesessenen, die sich in einer schlechteren wirtschaftlichen Lage befinden, nicht mehr bezahlt werden.

Auch wenn der Wohnungs- und Immobilienmarkt in den beiden vergangenen Jahren auf breiter Ebene spürbar angezogen hat, gibt es doch große Unterschiede in den jeweiligen Stadtteilen. Traditionell gehören die gutbürgerlichen westlich gelegenen Bezirke Charlottenburg und Zehlendorf zu den teureren Wohngegenden. Auch Mitte ist durch sein historisches Flair und die attraktiven Neubauten ebenfalls zu einem Stadtteil für Menschen mit einem etwas dickeren Geldbeutel geworden. Im Osten ziehen die Mieten und die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen vor allem in Prenzlauer Berg und in Pankow an. Auch der natur- und wasserreiche Bezirk Köpenick im Südosten der Stadt ist eine gefragte Wohngegend.

Dort, wo die Hauptstadt soziale Brennpunkte aufweist, wie in den bevölkerungsreichen Bezirken Neukölln, Wedding oder Spandau, sind jedoch nach wie vor preisgünstige Wohnungen zu finden. Als Folge der regen Bautätigkeit in Berlin, wo immer wieder neue Wohngebiete erschlossen oder vorübergehend verlassene Industriebrachen aufgewertet werden, bleibt der Immobilienmarkt in Berlin auch in Zukunft in Bewegung.

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